Jakobsweg

Allgemeinzustand heute labil – Jakobsweg

Tag 8: Die Nacht war wunderbar. Genervt hat nur Nachbars Hund, der für alles angeschlagen hat. Aber Dank Oropax habe ich das schnell in den Griff bekommen. Ich fühle mich ausgeschlafen, aber ich merke

das mein Körper heute nicht in Topform ist.
Ein Blick in den Spiegel bestätigt zudem die Befürchtung – ein dicker Herpes an der Unterlippe. Wobei mich wundert, dass ich so lange darauf warten musste. Die hygienischen Umstände in einer Herberge sind nunmal nicht vergleichbar mit einem Hotel. Schweiß- und Knoblauchgeruch sind vorherrschend. Auf der Matratze und noch schlimmer auf dem Kissen, haben bestimmt schon hunderte andere Pilger vor dir geschlafen. Deswegen ziehen auch Viele Pensionen vor. Aber ich wollte das volle Programm für mich, also beschwere ich mich nicht.
Da ich hier in dieser kleinen einsamen Herberge bin, lasse ich mir Zeit. Keine Putzkolonne in Sicht, die einen jeden Moment auf die Straße setzt. Somit ist es schon nach 9Uhr bis ich mich in das Nasskalte nach draußen wage. Die nächste Stadt ist 8km entfernt. Mir tun die Beine weh und jeder Meter scheint mir an diesem Morgen zuviel. Ich schalte runter und fahre fast im kleinsten Gang weiter. Das Krötengemetzel bei dieser Witterung ist enorm auf der Straße und trägt nicht gerade zur Besserung der Umstände bei. Der Regen beginnt und nach 10 Minuten bin ich schon wieder durchnässt – frustrierend, denn du versuchst immer über Nacht deine Kleidung trocken zu bekommen. Insbesondere die Schuhe. Ich erreiche Ponferrada und die Sonne kommt hervor.
Problem für mich ist, dass heute die sogenannte Königsetappe vor mir liegt. Gestern war es die Etappe mit dem höchsten Punkt – 1500hm – des Jakobsweges. Heute ist wieder ein Berg zu bezwingen – „nur“ 1350hm – aber dafür mit der steilsten Steigung.
Während ich das hier schreibe, sitze ich im Warmen, frühstücke und hoffe, dass meine Jacke trocknet. Noch weiß ich nicht, wie ich die Etappe leisten soll, aber jetzt genieße ich erstmal den Kaffee …. tengo tiempo.

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2 Kommentare zu „Allgemeinzustand heute labil – Jakobsweg

  1. Unglaublich, wie hart der Weg ist!! Man hat „nur“von Wanderern gelesen, klar die schrieben auch von STeigung, aber auf dem Fahrrad ist das ja nochmal ne ganz andere Nummer. Da hast du den einen großen Kampf gewonnen, da kommt doch direkt der „nächste Gegner“.
    Die Bilder sind so eindrucksvoll. Wie mag es dir da ergehn??? Es ist großartig, dass du das so durchziehst.

    Und ich liebe es, deine tollen Berichte zu lesen.

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