Jakobsweg

Puente la Reina – Jakobsweg

In Pamplona angekommen erwartet man ja, dass einer

mit einem Schild da steht: Hier geht es zum Jakobsweg. Pustekuchen. Also jetzt wird es ernst. Suche deinen Weg. Ich frage mich durch die Stadt. Einig sind sich die Bewohner nicht, aber letztendlich finde ich den Camino und lege meine ersten Meter zurück. Leider bedarf es nur zwei Schaltgänge und die Kette springt das erste Mal ab. Am Ende der Stadt, bevor es in die Wildnis geht, gönne ich mir einen Kaffee. War doch die letzte Nacht keineswegs durch Schlaf gesegnet. Ein mulmiges Gefühl kommt auf, denn am Horizont sehe ich den Berg mit den Windrädern. 100x habe ich darüber gelesen und nun weiß ich: Da muss ich rauf. Danach weiß ich aber auch, dass eine Abfahrt von 10km wartet. Wir haben jetzt 16Uhr – eigentlich wollte ich in Pamplona in die Herberge gehen und morgen in Ruhe starten. Aber es juckt mich in den Fingern und Fahrradfahrer werden eh erst später am Abend in den Herbergen eingelassen. Also – Entscheidung gefällt. Und nein, Juwe, deswegen bin ich nicht in 7 Tagen schon zu Hause. Mein Mann glaubt nämlich, dass ich never ever die 14 Tage brauchen werde. Wir werden sehen …..
Schnell muss ich lernen, dass das hier kein Zuckerschlecken wird. Problem: Ich finde die Zeichen nicht. Nada, nix. Ich frage und angeblich bin ich auf dem richtigen Weg. Komisch. Also weiter. Ich habe zwei Reiseführer speziell für den Camino mit dem Fahrrad, da oft der traditionelle Weg nicht geeignet bzw. unbefahrbar ist. Ich lese nach. Mir werden zwei unterschiedliche Routen genannt und schleichend merke ich, dass ich mich definitiv auf einer dritten, neuen befinde. PANIC! Kein anderer Pilger in Sicht. Letztendlich finde ich einen Wegweiser zu einem Dorf, welches auf dem Weg zu meinem ersten Ziel liegt. Erleichterung. Im Ort angekommen erhalte ich auch in der wahrscheinlich einzigen Bar meinen ersten Stempel. Stolz! Und jetzt geht es den Berg hinauf. Wie Heidi, verliere ich auf dem Weg nach oben immer mehr Klamotten. Ich meine nach einer Ewigkeit den Gipfel erreicht zu haben; weit gefehlt; bis zum Gipfel noch 6km. Ich folge dem Weg um nach einer Stunde zu merken, dass dies ein Fehler war und ich die 6km wieder runter fahren kann. Tolle Lotte, echt! Nun ist es nicht mehr weit und gegen 19.30Uhr komme ich in Puente la Reina an – mein Ziel. Die erste Herberge gehört mir – voll! Ok, ich weiß es gibt eine Zweite – voll! Laut beiden Reiseführern war’s das jetzt. Am Ortsausgang sehe ich noch eine und ich bekomme einen Platz. Diese Herberge – Albergue Amalur – ist neu und demnach noch nirgendwo verzeichnet. Alles sehr modern und freundlich. Mein Fahrrad kann ich in der Garage sicher unterstellen. Übernachtung mit Frühstück 12€. Perfekt. Ich kann zwischen zwei Betten im 12-Mann-Zimmer wählen. Na, das wird ja muckelig. Ich gehe duschen und ich merke das der Hunger sich meldet. Die Supermärkte haben zu und auf ein fettes Pilger-Menü habe ich keine Lust. Also Brot habe ich noch in der Täsch – dazu bestelle ich mir Wein und eine kleine Tüte Chips. Ich bin zufrieden. Der 1. Tag geschafft – ich bin gespannt wie die Nacht wird.

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